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60 Jahre Sportschule

Das echte Gespräch bedeutet: aus dem Ich heraustreten und an die Tür des Du klopfen“ (Albert Camus)

 

Dies versuchen 16 Schülerinnen und Schüler des Projekts „60 Jahre Sportschule Potsdam -  widergespiegelt in ausgewählten Sportlerpersönlichkeiten“ zu verinnerlichen. Sie lernen, aus sich herauszukommen, bei der Führung eines Interviews mit einer „berühmten“ Person locker zu bleiben und zu sein, wie sie immer sind. Die Projektwoche schafft optimale Bedingungen intensiv und konzentriert an dieser einen Sache zu arbeiten. Direkt am ersten Tag besuchte sie die Kamerafrau Maria Petersen, die beim rbb arbeitet und dem Kurs eine Einführung in die Besonderheiten des digitalen Interviewens gab.
Danach fand eine Zusammenarbeit zwischen den Schülern der 8. Klasse und der
Sekundarstufe II nach dem Motto „Schüler lernen von Schülern“ statt. Dabei lernte die „Kleinen“ von den „Großen“, wie man Fragen formuliert und daraus dann ein Interview gestalten kann. Anschließend gingen die 8. Klassen wieder in ihre eigenen Gruppen zurück, um selbständig und ohne Hilfe die erlernten Techniken umzusetzen.

Die eigentliche Aufgabe der Sekundarstufenschüler ist es, Interviews mit ehemaligen oder noch derzeitigen Spitzensportlern zu führen und dies in einer schriftlichen oder digitalen Form darzustellen. Das Interesse der Kursteilnehmer besteht insbesondere aus dem Arbeiten mit berühmten Sportlern, wie z.B. Christian Diener, Petra Welke, Stefan Barucha und der Kombination aus den Technikformen der Neuzeit mit dem Fach Deutsch. Des Weiteren besitzen die Projektteilnehmer einen großen Forschungstrieb, mehr über die Geschichte des einzelnen Sportlers und seine Jahre am Stützpunkt zu erfahren. Am Ende der Projektwoche soll jeder Schüler ein Interview geführt haben und es in digitaler Form der Klasse präsentieren. Dies kann in Form von Kurzfilmen oder schriftlichen Interviews geschehen. Dabei soll der Interviewende seiner Kreativität freien Lauf lassen.
Zum 60- jährigen Jubiläum der Sportschule Potsdam können dann einige dieser Arbeiten auf der Schulhomepage veröffentlicht werden.

 

Felix Bach - Vom Talent zum Olympioniken

Wer heute bei einer populären Internetsuchmaschine den Namen „Felix Bach“ eingibt, bekommt eine Unmenge an Ergebnissen angezeigt: „Felix Bach holt Silber bei Olympischen Jugendspielen.“ Oder „Video von Felix Bachs Weltmeistertiteln“. Ein kleiner Star der Medien ist er also schon, doch wie hat es ein ganz normaler Junge zu dem geschafft, was er heute darstellt? Wir haben Felix eine Weile begleitet und versucht, Antworten zu finden.Wir schreiben das Jahr 2004. Nach unzähligen Versuchen in allen möglichen Sportarten findet der überdurchschnittlich proportionalisierte Felix den Weg zum Rudern. Genauer gesagt, den Weg in die Potsdamer Rudergesellschaft, dem erfolgreichsten Ruderclub Deutschlands. Unter Trainer Manfred Hagelstein erlernt Felix die Grundlagen, welche er anfangs noch ziemlich erfolglos unter Beweis stellt. Felix ist ein Kämpfer, also arbeitet er an sich und legt vor allem im physischen Bereich zu. In der Saison 2005 gewinnt er seine ersten Rennen im Einer und wird sogar in den Brandenburgischen Doppel-Vierer zum Bundeswettbewerb (Deutsche Meisterschaften für Kinder) berufen. In Berlin-Grünau erringt Felix zusammen mit den anderen Jungen, die ebenfalls Mitglieder der Potsdamer RG sind, seinen ersten nationalen Titel: Bundesmeister im Doppelvierer der Altersklasse 13/14. Dass darauf noch viele weitere Titel folgen werden, wusste Felix damals noch nicht.Im Jahr 2006 wechselt Felix dann komplett in den Einer und gewinnt so gut wie jeden Wettkampf. Seine Überlegenheit (vor allem körperlich!) demonstriert er sowohl auf Landesebene (Landesmeister) als auch auf Bundesebene, mit dem erneuten Gewinn des Bundeswettbewerbes, diesmal aber im Einer. Felix wechselt nach der Saison zu den B-Junioren(15/16 Jahre) zu Trainerin Peggy Delapree. In dieser Altersklasse wird im Rudern das Training forciert und professionalisiert, sodass eine Verstärkung der Leistungsdichte zu verzeichnen ist. Auch unser Jungspund bekommt das zu spüren. Da er auch noch den Nachteil des jüngeren Jahrgangs hat, gewinnt er nun nicht mehr jedes Rennen. Zum Höhepunkt der Saison, den Deutschen U17-Jahrgangsmeisterschaften ist er aber topfit und holt überraschend die Bronze-Medaille. Innerlich wurmt das den Sieger-Typen Bach und so nimmt er sich vor, noch härter zu trainieren. Ehrgeizig wie er ist, trainiert er so oft wie möglich in der Trainingsgruppe Steffen Beckers mit, damaliger A-Junioren Trainer der PRG. Das Training ist natürlich noch einmal viel härter als im B-Junioren Bereich, aber Felix nimmt die Strapazen in Kauf und liefert eine solide Saisonleistung ab. Am Ende gewinnt er souverän den Junioren-B Einer und darf sich das erste Mal OFFIZIELL „DEUTSCHER MEISTER“ nennen. Diese fantastische Leistung bleibt natürlich nicht unentdeckt und so wird Felix von der Deutschen U19-Bundestrainerin zum sogenannten Baltic Cup im Finnischen Tampere berufen. Hier darf Felix das Erste Mal die Deutschen Farben vertreten und International Erfahrungen sammeln. Dieses Gefühl ist für Felix natürlich ein Traum und so setzt er sich zum Ziel, es im Junioren-A Bereich zur Weltmeisterschaft zu schaffen. Felix trainiert mit absoluter Überzeugung, unterbietet im Winter 2009 sogar den Junioren-Weltrekord über 6000m auf dem Ruderergometer mit spektakulären 15 Sekunden! Als einjähriger A-Junior hat er wieder ältere Gegner und so ist der Potsdamer Hüne die ganze Saison über die Nummer 2 in Deutschen „Einer-Geschäft“. Doch genau zur WM-Qualifikationsregatta in Hamburg ist er wieder topfit und rudert in einem atemberaubenden, massenanziehenden Rennen den vermeintlichen Topfavoriten in Grund und Boden, womit er die Fachwelt in breites Staunen versetzt. Zur Deutschen Meisterschaft wiederholt er dieses Prozedere und sichert sich abermals die Deutsche Meisterschaft und damit die direkte WM-Qualifikation für den Einer. So geht es für den frischgebackenen Doppelmeister (Im Vierer belegt er ebenfalls den 1. Platz) ins 5-Wöchige WM-Vorbereitungstrainingslager (UWV) und von da aus direkt nach Brive la Gaillarde in Frankreich. Nach durchwachsenen Leistungen in den Qualifikationsläufen kann er sich für das Finale der besten 6 qualifizieren. Und genau hier zeigt Felix wieder genau das, was ihm mittlerweile als seine Stärke ausgelegt wird: Nämlich genau dann, wenn es darauf ankommt, das Optimale aus sich herausholen zu können. Bereits abgeschlagen, rudert er auf den letzten 500m das Rennen seines Lebens und fängt auf den letzten Metern noch den Führenden ab. Die Zuschauer sehen ein atemberaubenes Finish, das Felix mit einem außergewöhnlichen „Ur-Schrei“ abschließt und sich über das freut, was vorher wenige geschafft haben: Einer-WELTMEISTER im ersten Junioren-A Jahr!! Für diese außergewöhnliche Saison wird er am Ende des Jahres noch zum Nachwuchssportler des Jahres (Land Brandenburg) gewählt und geht damit gestärkt in die Wintersaison. Im Winter 2010 qualifiziert er sich durch den Gewinn der Deutschen Ergometermeisterschaft für die Weltmeisterschaften in Boston, USA. Hier schrammt er nur knapp am Junioren-Weltrekord vorbei, wird aber trotzdem in einer wahnsinnigen Zeit Ergometerweltmeister. Der Grundstein für eine erfolgreiche Saison ist gelegt. Und genau das demonstriert Felix: Er gewinnt alle nationalen Rennen klar und ungefährdet und qualifiziert sich durch den erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Einer für die Weltmeisterschaft im tschechischen Racice. Trotz des Drucks des amtierenden Weltmeisters, rudert er souverän ins Finale wo er Geschichte schreibt: Er ist erst der zweite Ruderer, der es schafft, seinen Titel im Junioren-Einer zu verteidigen. Felix Freude ist unbeschreiblich, aber mit Gedanken ist er längst woanders. Denn nur eine halbe Woche nach dem WM-Gewinn geht es für ihn zu seinem eigentlichen Saison-Höhepunkt: Den Olympischen Jugendspielen in Singapur. Als Fahnenträger des deutschen Teams tritt er schon vor Beginn der Spiele in Erscheinung. Da die Ruder-Distanz aufgrund des Titels „JUGEND-Spiele“ um die Hälfte gekürzt wurde, muss der erfahrene Felix sich trotzdem erst einmal an den Sprint gewöhnen. Nach einem überzeugenden Vorlaufsieg geht der amtierende Weltmeister als Favorit in das Final-Rennen. Trotz intensiver Vorbereitung muss sich Felix allerdings einem Litauischen Ruderer geschlagen geben und erringt somit, nach eigenen Aussagen „nur“, die Silbermedaille. Doch trotzdem ist dieses Ereignis ein unbeschreibliches Erlebnis, kann er sich jetzt nun auch offiziell als “Olympionike“ bezeichnen. Aber Felix nimmt diese Veranstaltung nicht als Höhepunkt seiner Karriere, sondern nur als Schritt zu seinem großen Ziel: Die Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Und genau dafür trainiert Felix jetzt. Täglich findet er mehrere Male den Weg in den Potsdamer Seekrug, um sich auf dieses Großereignis vorzubereiten. Freizeit ist daher eine Rarität, denn neben dem Training gilt es natürlich auch noch die Schulbank zu drücken. Felix besucht die 12. Klasse der Potsdamer Eliteschule des Sports. Findet er trotzdem einmal ein bisschen freie Zeit, verbringt er diese am liebsten mit Freunden, geht ins Kino oder erholt sich einfach vom anstrengenden Tag. Denn da die Zeit als Junior jetzt vorbei ist, wird Felix von nun an Wettkämpfe im U23 oder sogar im Männer-Bereich bestreiten, um eventuell im Jahr 2012 seinen großen Traum zu erreichen. Wir werden es gespannt weiter verfolgen und wenn nicht persönlich, dann mit Hilfe der Dienste der populären Internetsuchmaschine….

 

Die wichtigsten Erfolge des Felix Bach im Überblick

Kinderbereich

2005

  • Landesmeister im Einer
  • Bundesmeister im Vierer

2006

  • Landesmeister im Einer
  • Bundesmeister im Einer

B-Jugend

2007

  • Bronze Deutsche Meisterschaften im Einer

2008

  • Deutscher Meister im Einer
  • Medaille Baltic Cup im Einer

A-Jugend
2009

  • Ergometer-Junioren Weltrekord 6000 m
  • Deutscher Meister im Einer und Vierer
  • Junioren-Weltmeister im Einer
  • Sportler des Jahres Land Brandenburg

2010

  • Ergometer-Junioren-Weltmeister
  • Juniorenweltmeister im Einer
  • 2. Platz Olympische Jugendspiele im Einer
  • Aufnahme Top-Team 2012 Team Brandenburg