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Neuigkeiten aus Mosambik

10.10.2013 | 21:26

Neuigkeiten aus Mosambik

Olá Mocambique! – Jetzt kann es losgehen!

Nur noch wenige Tage und die Reisegruppe macht sich auf den Weg zur Partnerschule in Mosambik. Durch das Running for Help konnten viele Spendengelder gesammelt werden und reisen mit nach Mosambik, um dort viel Freude zu bescheren. Die Gruppe ist schwer bepackt mit Stiften, Bastelmaterialien, Kleidung und Spielsachen die als zusätzliches Gepäck mitreisen.

Wir freuen uns schon jetzt unsere Eindrücke von der Reise mit euch zu teilen und versuchen euch durch Fotos zu vermitteln wie groß die Freude über eure Spenden ist!

Ciao!

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HALLO VAN SUID AFRIKA!

Wir senden euch allen entspannte Grüße aus Südafrika! Zwar hatten wir mit 10x 23kg Übergewicht schwer an unserem Sozialprojekt zu tragen, aber natürlich machen wir es aus vollem Herzen!!! Bis jetzt ist alles planmäßig verlaufen, unser Fahrer Pieter ist super und unsere ersten Impressionen vom Land sind beeindruckend. Wir verstehen allmählich was es heißt, auf Begegnungsreise zu gehen und sind froher Hoffnung auf die kommenden Highlights. In den folgenden Tagen erwarten euch emotionale Tagebucheinträge von dem Geschehen vor Ort. In diesem Sinne: Beste Grüße von euren Afrikareisenden!

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Dumela mamas & papas!

Ihr seid nicht unsere Eltern?Auch gut! In Südafrika gibt es viele „mamas“ und „papas“ denn das bedeutet genauso wie „buti“ Freund.

Das lernten wir als unser weißer Busfahrer Pieter eine schwarze Polizistin „mama“ nannte, die ihn zuvor wegen mehrerer Nichtigkeiten angehalten hatte.

Unsere Busfahrt führte uns zunächst durch den 250 km breiten und 400 km langen Krüger Nationalpark.

Leider sahen wir nur 4 (Elefant, Leopard, Büffel, Nashorn) von den „Big Five“, aber dafür jede Menge „McDonalds“. Nicht das Fastfood lief an uns vorbei, sondern die mehr als zahlreich auftretenden Impalas, welche das M des McDonalds als Streifen auf ihrem Po tragen und höchstens als schneller Snack zwischendurch für die Löwen dienen.

Hier habt ihr noch ein paar Insider unseren Busfahrers und Entertainer Pieter:

Giraffe – tötet dich mit einem Kick!

Nashorn – trägt in seinem Horn sexualsteigernde Potenzmittel – die Chinesen wissen das zu schätzen!

Kudu – kann schon mal ein Fenster in 6 feet Höhe zerschlagen

 

Die Sonne und der milde Wind konnten unsere Enttäuschung, keinen Löwen gesehen zu haben, leider nicht mildern.

Als Trost dafür spendierte uns Pieter, kurz nachdem wir über die Grenze nach Swaziland gelaufen waren, den „Taste of Africa“ – „Pap and Njana“ – ein traditionelles afrikanisches Gericht.

Zu diesem Land kann man nur sagen: Die sowohl arme als auch stolze Bevölkerung bewundern wir zwar, können sie gleichzeitig aber auch nicht verstehen. Denn ihr Stolz gilt einem König, der mit seinen 15 Frauen wohl eher ein schlechtes Vorbild abgibt und die Armut des Landes schürt.

 

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Swaziland und Besuch des village

 

Nach einem guten Frühstück, wir hatten die Wahl zwischen british breakfast oder gesund. Anschließend fuhren wir zu einem traditionellen Museumsdorf nahe der Hauptstadt Mhabane. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel erfuhren wir, wie die Stammeshierarchien und –kultur der Swazifamilien funktionieren. 

Anschaulich bekamen wir bei einer Führung durch einen Swaziman in kurzem Röckchen erklärt, wie Frauen und Männer gemeinsam und doch nach strengen Regeln getrennte Aufgabenbereiche abdeckten. 

Gut, dass wir Mädchen in Deutschland das Licht der Welt erblickten. Auch weil die Männer hier so viele Frauen heiraten dürfen, wie sie ernähren können. Der aktuelle König hat bereits 15 Frauen. Und man weiß nicht, was noch kommt.

 Aber die normalen Familien lösen sich langsam von den Traditionen und nach der Führung checkte unser Führer erst mal sein Handy. Klasse war der abschließende Tanz von Swazifrauen und –männern. Unter Trommelbegleitung wurde begeisternd gesungen und getanzt. Leider konnten wir, als wir am Ende zum Tanz geholt wurden, den Rhythmus nicht so gut halten, aber Spaß hatten wir allemal. 

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Der erste Tag in Matola - Tagebuchnotiz:

Nach dreitägiger Durchreise mit permanentem Sitzen waren wir heilfroh, heute um 6.00 aufzustehen und Frühsport zu machen! 

4x400m zum Warmmachen und anschließend Gymnastik mit der Sportgruppe von Dario, einem Sportlehrer von unserer Partnerschule, der sich rührend um uns kümmert. 

Der rote Untergrund des Sportplatzes ähnelte unserer deutschen Tartanbahn, doch nicht wegen des Materials, sondern wegen des Eisengehalts im Boden. 

Anschließend waren wir  überglücklich – wir konnten endlich duschen!

Als wir gestern hier in Matola ankamen, erreichte uns nämlich die Nachricht, dass es ein „Wasserproblem“ in unserer Unterkunft gäbe. Sprich, wir haben kein fließendes Wasser. 

Nach dem leckeren Frühstück ging es zum Empfang beim Schulleiter. Herr Henrique Mavinga begrüßte uns herzlich und wir besprachen alle Details der nächsten Tage. Was uns sofort auffiel, waren die vielen gemeinsamen Bilder der vergangenen Jahre, die unsere Schulpartnerschaft dokumentieren. Was jedoch etwas kurios erschien, war die Trickfilmserie, die in einer Ecke seines Büros im Fernsehen lief. 

Als wir dann zur Schulbesichtigung aufbrachen, bekam ich Gänsehaut:

Während wir über den Hof liefen öffneten die Schüler die Fenster, winkten uns zu, warfen Luftküsse und formten Herzen mit ihren Händen. Die Freude der Schüler bewegte mich zutiefst. 

Kurze Zeit später war klar wie das Projekt der nächsten Tage aussehen wird.

Wir werden uns um die Fertigstellung der Bibliothek für die 9.000 Schüler der „Escola Secundaria da Matola“ kümmern. Wir organisieren 10 neue Tische mit Stühlen, bauen Bücherregale und sorgen für eine künstlerische Gestaltung  der Wände und des Raumes und wenn möglich noch mehr........ Mal sehen, wie wir das hinkriegen. Unsere Ideen sind grenzenlos und unser Enthusiasmus ebenso.

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Schau durch die Schule

Nachdem wir wenige Stunden geschlafen hatten, wurden wir um 8 Uhr zum Frühstück erwartet. Das sehr aufwendig bereitete aber auch wenig nährstoffreiche Essen verging wie im Flug.

Herr Mavinga empfing uns sehr freundlich in seinem Büro, in dem eine Zeichentrickserie im Fernsehen lief. Auch nach unserer Ankunft lief der Fernseher unbeirrt und in voller Lautstärke weiter. Dennoch konnten alle Pläne und Vorhaben der kommenden Tage besprochen werden. 

Wenig später begann eine Besichtigung entlang aller Problemzonen der Schule. Wohin man auch sah, potenzielle Projekte sprangen uns nur so an. Man fühlte sich wie in einem Zoo, bei dem jedoch keine süßen Tiere gesehen werden können, sondern nur die Defizite um deren Beseitigung riefen.

Wir alle hatten sofort den Drang etwas zu machen und anzupacken. Obwohl wir an so vielen Stellen Dinge fanden, die jede Menge Zuwendung gebrauchen konnten, waren wir uns darüber einig, dass wir am liebsten etwas tun würden, das unsere vorhandenen handwerklichen, kreativen und finanziellen Ressourcen möglichst optimal zum  Einsatz brachte und das war eindeutig die Bibliothek.

Dort gab es ein wirkliches Chaos aus Staub, Schmutz, Unordnung und völlig kaputtem Mobiliar. Viele Regale hingen auf  120 statt auf 90 Grad.

Die beiden Bibliothekarinnen Hilda und Viktoria hatten Tränen in den Augen, als ihnen übersetzt wurde, was wir machen wollten.

Spätestens in diesem Moment waren wir uns ganz sicher, das richtige Projekt ausgewählt zu haben. 

Vielleicht könnte es uns damit gelingen, vielen der 9000 eine fühlbare Unterstützung zu geben.

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Botschaft

 

Heute stand ein wichtiger Termin auf dem Programm – unser Besuch bei der deutschen Botschaft.

Dazu mussten wir mit unserem Schulbus nach Maputo fahren. Nach dem Frühsport sammelte uns Matussi, unser Busfahrer und jahrelanger Projektbegleiter, ein und wir machten uns auf den Weg.

Wenn man durch Matola, den Vorort von Maputo fährt, weiß man, dass man in einem der ärmsten Länder der Welt ist. Man sieht es überall. Nicht unbedingt an den Menschen, sondern an dem Müll. Der Müll ist am schlimmsten. Aber wie soll es auch anders sein? Es gibt keine Müllbeseitigungsanlagen, keine Müllabfuhr, nur unendlich viel Abfall, überall. 

Doch wenn man denkt, Matola sieht schon schlimm aus, dann weiß man spätestens wenn man in Maputo ist, dass es noch schlimmer geht.

Um in die Stadt reinzukommen, müssen wir an der Stadtgrenze eine Maut bezahlen, genauso wie weit über tausend andere Autofahrer pro Tag.

Man könnte vermuten, dass dort täglich so viel Geld eingenommen wie Müll auf die Straße geworfen wird, oder mehr.

Bevor wir in die Innenstadt kommen, passieren wir die Slums.

Am Straßenrand versuchen die Menschen alle möglichen Sachen zu verkaufen.

Je näher man der Innenstadt kommt, desto deutlicher wird der Kontrast. Vor improvisierten und schnell zusammengespachtelten Hütten leuchtet Werbung.

Hinter dem erst neu gebauten, prunkvollen Gebäude der Standard-Bank sieht man graue, runtergekommene Wohnblöcke, sie sehen etwas einsturzgefährdet aus. Eine Mittelschicht ist nicht zu erkennen, entweder Baracke oder Hochsicherheitstrakt, so kommt es einem vor.

Die Botschaft befindet sich in dem reichen Viertel von Maputo.

Wir werden von der Stellvertreterin des deutschen Botschafters empfangen. Nach dem afrikanischen Zeitverständnis wären wir wahrscheinlich pünktlich gewesen, doch auf dem deutschen Grund der Botschaft waren wir eine halbe Stunde zu spät. Deswegen hatte die Stellvertreterin auch nur noch 30 Minuten Zeit für uns, was ein bisschen schade war.

Die Frau mit buntem Rock und pinker Bluse erzählte uns zu Anfang etwas über sich, dass sie schon in vielen Ländern politisch tätig war und seit einigen Monaten hier in Mosambik arbeite. Sie erzählte, die Botschaft kümmere sich um die Interessen der in Mosambik lebenden Deutschen, um die Verteilung finanzieller Mittel und Verwaltung von Entwicklungsprojekten.

Bei leckerem Saft und Keksen haben auch wir  von unseren Aktivitäten in Mosambik berichtet. Dabei kam zur Sprache, dass an der Botschaft Fördergelder für unsere vielfältigen Projekte beantragt werden könnten, es gibt einen Fond dafür. Das freute uns sehr und wir wollen uns darum bemühen

Auf die Frage, was gegen das extreme Müllproblem getan werde, erzählte sie, dass sich auch damit eines der Projekte befasse und die Menschen zum Beispiel Geld dafür bekommen, wenn sie volle Müllsäcke zu einer neuen Müllabgabestelle bringen.

Auf unsere vielen Fragen antwortete sie mit diplomatischem Geschick.

Sie erzählte  uns ganz begeistert, dass sich Mosambik wirtschaftlich sehr gut entwickle und dass man jetzt auch noch von riesigen Erdgasvorkommen vor der mosambikanischen Küste weiß. 

Dies würde die Wirtschaft auch international ein großes Stück voran bringen. Man könne ja jetzt schon beobachten, dass sich viele Menschen hier nun Autos und Handys leisten können. Wir wünschen uns aus tiefstem Herzen, dass die entdeckten Rohstoffvorkommen dazu beitragen werden, die Lebensbedingungen aller Menschen im Land zu verbessern.

 

Projekttag

Unser Entschluss war gefallen:

Wir wollten die Bibliothek betriebsfähig machen – koste es was es wolle!

Uns war jedoch schnell klar, dass dieses Unternehmen nicht nur Geld und Zeit kosten würde, sondern möglicherweise auch den letzten Nerv.

Zwei riesige Hauptaufgaben waren zu bewältigen:

  1. 1.    Das Ausmisten und Sortieren der zwei Materialräume.
  2. 2.    Das Gestalten und Herrichten des großen Arbeitsraums.

Das Geld war da, nur die Zeit war knapp. Deshalb beschlossen wir uns aufzuteilen.

Unsere „tapferen 5“ – Frau Langer, Charly, Jessi, Sandra und Emily – stürzten sich als erste von uns ins Chaos der Bibliothek.

 

(Jessi) 10 Stunden Knochenjob – „Nach wenigen Minuten in der Bibliothek suchte ich mir eine Aufgabe. Ich sah, dass die Fenster kein Licht durchließen und versuchte dies zu beheben. Die Fliegengitter musste ich mit einem Besen abschrubben und sah kurz darauf aus, als käme ich grad aus einem Sandsturm. Doch dies war nur die halbe Aufgabe. Draußen halfen mir ein paar Schüler eine Leiter aufzustellen und den Putzeimer zu tragen. Leider kam ich nur schlecht an das Fenster, denn das Gitter, welches davor war, konnte man nicht wegschieben. Nach überlebtem Bienenangriff und mit mehreren Schürfwunden, suchte ich mir drinnen ein schattiges Plätzchen, denn es herrschte eine gefühlte Körpertemperatur von 40 Grad Plus. Nun konnte ich immerhin sehen, dass die Fenster blitzten. Zusammen schafften wir es dann alle Staubschichten zu entfernen. Selbst den letzten Raum, den wir mit letzter Kraft als Team bewältigten. Erst jetzt merkte man, wie anstrengend Putzen sein kann. Ich bin stolz darauf, was man mit Teamarbeit alles leisten kann.“

Während dessen teilte sich der Rest der Gruppe auf, um letzte Besorgung zu tätigen.

Wir hatten uns darauf verständigt, dass Robert, Herr Noweski und Maxie auf „Holzsuche“ gehen und Dario, Frau Noweski sowie Marie den „Möbel-Deal“ sichern sollten. Wenige Zeit später war dieser unter Dach uns Fach, das Chaos-Team lief zur Höchstform auf. Doch eines drohte das Projekt aufzuhalten:

Das Team „Holzsuche“ steckte im Stau von Maputo fest.

 

(Maxie) „Was wir brauchten war klar: Ein Brett, das 10m lang und 40cm breit ist, um weitere 16 Arbeitsplätze entlang der breiten Bibliothekswand zu schaffen.

Eines war jedoch ungewiss: Wo bekommen wir ein solches Brett her?

Tags zuvor waren wir in einer Schreinerei in Matola und wollten daher unser Glück zunächst dort versuchen. Leider brachte uns Matussi aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten direkt nach Maputo. Dort zeigte er uns zwei Kleinbetriebe, die jedoch nicht das hatten was wir suchten. Die Zeit drängte.

Als wir aus dem zweiten Kleinbetrieb kamen, der sich direkt an die Slums von Maputo schloss, war klar, dass wir die Holzsuche aufgeben mussten.

Es war nun kurz vor 12.00, die Hitze wurde immer unerträglicher und wir mussten endlich vorankommen. Und dann – Stau!

Die Hauptstraße, die in die Innenstadt führt, wo wir unbedingt noch zusätzliche Farbe und ein paar andere Dinge besorgen mussten, war komplett zu.

Marie war mit Frau Noweski bereits zurück in Matola. Ich verzweifelte langsam.

Die anderen schufteten schon seit mehreren Stunden in den Bücherräumen und Marie stand nun allein vor der riesigen, leeren Wand im Leseraum. Es ging nur schleppend voran. Zu allem Überfluss fiel auch noch der rechte Seitenspiegel von unserem Bus ab und krachte mitten auf die Straße!

Doch da stürzte sich Robert todesmutig aus dem Bus und rettete den unversehrten Spiegel vom Highway. 10 Minuten später konnten wir wieder Gas geben und wir setzten uns ein Zeitlimit. 13.30 wollten wir zurück sein – And we did!“

 

Zeitgleich bahnte sich ein weiteres Problem an, denn so sehr wie unsere Aufräumtruppe auch schuftete, es schien keinen Anklang bei den Bibliothekarinnen zu finden.

Da sie auf die Vorschläge der Schülerinnen nicht reagierten, musste es einen Austausch unter autoritären Personen geben, um diese zu akzeptieren( - sprich, Frau Noweski ergriff das Zepter! )

 

(M. Noweski) Bibliothek – „Wir haben das Mobiliar geordert und bezahlt.

Wieder haben wir 40 Grad und prallen Sonnenschein, aber wir sind wildentschlossen, die Sache so gut und so schön wie möglich zu meistern.

Nach einer Stunde sind wir alle völlig verschwitzt und Staub und Dreck haften an unseren Körpern.

Emotional geht es auf und ab.

Unsere beiden Bibliothekarinnen sind zwar die Chefinnen und zeigen dies auch, jedoch können sie sich nicht wirklich vorstellen, was wir vorhaben. Und das, obwohl wir es mehrfach erklärt haben. Wir verstehen, dies sind kulturelle Unterschiede.

Letztlich lassen sie sich von unserer Unnachgiebigkeit und deutschen Sorgfalt überzeugen und wir bezwingen in Stunden andauernder, akribischer Arbeit das Chaos in den Räumen. Auch Herr Mavinga will gar nicht mehr weggehen als er sieht, dass hier etwas wirklich Gutes passiert.

Am Ende kündigt er uns an, dass am morgigen Tag die Übergabe mit dem Fernsehen sein würde.

Wir fragen uns woher er wissen konnte, dass alles so schön wird.

Wieder etwas gelernt: Hoffnung ist ein ganz wichtiges Prinzip unserer afrikanischen Freunde.

Entschlossenheit und Gründlichkeit sind vielleicht unsere Vorzüge. Wir haben allen gezeigt, was geht und uns dabei zutiefst nützlich gefühlt.“

 

Auch im Arbeitsraum konnte nun getan werden was wir uns vorgestellt hatten. Mit vielen Ideen wurde sich hier ausgetobt.

 

(Marie) Kreativität ist gefragt – Man nehme ein paar Wandfarben, Pinsel, etwas Vorstellungskraft, frische Ideen und schon hat man die Grundlage, um einen kahlen Raum neu zu gestalten.

Jedoch ging es hier nicht nur um eine bunte Wand in einem x-beliebigen Raum, sondern um die Gestaltung der Bibliothek unserer mosambikanischen Partnerschule.

Maxie und ich wollten etwas zum Ausdruck bringen – z.B. „Freundschaft ist wichtig!“ und „Wir sind die Zukunft!“.

Wir sind hier in Mosambik um zu helfen.

Wir wollen etwas verändern und Neues schaffen.

Der Bibliothek ein neues Design zu verpassen, war genau das richtige Projekt für uns. Wir waren uns sicher diesem leeren Raum eine neue Stimme, eine Message geben zu können und vor allem Liebe, Zuversicht und Freundschaft.

Es war uns dabei wichtig, die Schüler der „Escola Secundaria“ mit einzubringen. Ein Problem gab es jedoch, denn Maxie und die Männer, welche das Sideboard in Maputo besorgen wollten, schienen spurlos verschwunden und niemand wusste ob und wann sie eintreffen würden. So suchten Frau Langer und ich uns kurzerhand 10 Schülerinnen und Schüler, tauchten unsere Hände in weiße, blaue und schwarze Farbtöpfe und verewigten uns mit unseren Handabdrücken auf der kahlen Wand.

Als um 13.30 Uhr endlich die anderen eintrafen, suchten Maxie und ich uns zwei Mädchen, deren Schatten wir abmalten und darüber die Worte „Peace, Friendship, Love“ setzten. Das alte Klavier der Schule wurde gekonnt mit ein paar Noten darüber verschönert. Der Songtext von „We are the World“, den wir in die Mitte setzten, rundete das Ganze ab. Auf der gegenüberliegenden Wand wurden Bilder der Projekte vergangener Jahre als Filmrolle inszeniert.

Alles in allem ein gelungenes Kunstwerk, was zwar viel Schweiß und Kraft gekostet, aber uns alle sehr glücklich gemacht hat.

Nun symbolisiert dieser Raum Freundschaft und Zusammenhalt und wir haben ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen, das sowohl ärmeren als auch Kindern, deren Eltern mehr verdienen Kraft geben soll, etwas zu bewegen. Das ist es, was wir uns wünschen.“  

 

 

Ist das zu glauben? Wir haben das Unmögliche geschafft!

Binnen eines Tages haben wir die Bibliothek betriebsfähig gemacht und eine arbeitsfreundliche Atmosphäre geschaffen – unglaublich!

 

(N. Langer) Bibo-Power - „Die Arbeit in der Bibliothek empfand ich in der Kürze der Zeit als unmöglich machbar. Wir haben hart gearbeitet hatten aber trotzdem viel Spaß und das Resultat überzeugte alle.

 Schade war, dass es nur wenig Unterstützung von den Schülern, der E.S.M gab. Erfreulich war jedoch, dass ein Mädchen unaufgefordert begann, die Stühle zurück in die Bibliothek zu tragen. Mit mehr Bereitschaft und Mitwirkung der Schüler und Lehrer der E.S.M. wäre unsere Botschaft eindringlicher transportiert worden. Dennoch bin ich stolz auf die Leistungen der Gruppe, deren Zusammenarbeit, Arbeitsbereitschaft und Durchhaltewillen.“

 

(Charlie) Putzen – „ Wenn ich heute die vorher-nachher-Bilder anschaue, kann ich kaum glauben, dass zwischen ihnen nur 10 Stunden liegen. Ich hoffe, dass das letzte Bild die Situation auch in einem Jahr noch wiederspiegelt.“       

 

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VORHER                                                                 NACHHER

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Übergabe Bibliothek

 

Wir steckten mitten in der Planung „unserer“ Bibliothek für die Escola Secundaria Matola, als uns der erste Schock des Tages ereilte. Das lokale Fernsehen will am nächsten Tag die Früchte unserer Arbeit filmen. Wir sind metaphorisch gesprochen aber noch weit vom pflanzen der Bäume entfernt. 

Unser Wochenplan muss nun als an einem Tag stattfinden. Jeder wächst über sich hinaus. Während die Einen, bis zu den Knien im Dreck stehend Bücher entstauben, bemalen die Anderen die Wände im Leseraum.

Am nächsten Morgen sind alle erschöpft aber überglücklich. Die Mammutaufgabe ist geschafft.

Als das Fernsehteam eintrifft ist die Bibliothek bereits von Schülern bevölkert, die beim Lesen und Aussuchen von Büchern gefilmt werden.

Nach ein paar Interviews ist der Trubel auch wieder vorbei.

Kurze Zeit später wartet bereits der nächste Termin auf uns. Die offizielle Übergabe an die Schule. Als die Lehrer eintreffen erblicken wir erstaunte und begeisterte Gesichter. Die Gelegenheit wurde genutzt unsere Hoffnungen und Wünsche mit freundlichen Worten, aber auch mit dem Lied „We are the world“ vorzutragen. In den leuchtenden Augen war die Zustimmung zu erkennen. Die Freude äußerte sich in einem Dankeslied der Lehrer und einem Fest zu unseren Ehren, bei dem neue Bekanntschaften geschlossen wurden.

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Schul- und Sportfest

Nach 4h Schlaf klingelte der Wecker für 4 Mädels von uns. Um 6.00 Uhr hieß es aufstehen, Sportsachen anziehen und wenig später los zum Sportevent. Mit dem Auto fuhr uns Dario zum Grenzübergang von Matola und Maputo. Eine nicht genau angegebene Kilometerzahl stand für uns zum Laufen auf dem Wettkampfplan. Bis zum Startschuss verging noch über eine Stunde. In dieser Zeit haben Jessica, Charlie, Emely und ich alle Blicke auf uns gezogen. Mit unseren weißen Sportschul-T-Shirts und unserer hellen Haut hoben wir uns von der Masse ab. Wir waren von den dortigen Teilnehmern genauso überrascht wie sie von uns. Nicht jeder kann sich Laufschuhe und Sportsachen leisten. In Sandalen, Flip Flops und Ballerinas traten einige der Sportler ihren Lauf an. Auch mit Schultasche und Barfuß war es kein Problem diese Kilometer zurückzulegen. Die Strecke verlief an einer Schnellstraße auf dem Standstreifen bis zu einem Supermarkt. Nach dem ertönen des Startsignals aus der Pistole, sprinteten die Massen los und wir langsamen Europäer hinterher. Doch die Straße wird nicht wie in Deutschland abgesperrt. Neben uns fuhren die Autos wie gewohnt weiter. Die Abgase erschwerten uns das Laufen. Fast als letztes kamen wir ins Ziel und erhielten als Belohnung ein T-Shirt.

Am Nachmittag wurden wir mit einem Fest wortwörtlich überrascht. Die ESM hatte am 16.09.2013 ihren 42. Geburtstag und feierte diesen nachträglich, extra wegen uns, wie Herr Mavinga uns sagte.

 Für Essen und Trinken war gesorgt. Die Aufgaben für Männer und Frauen waren, wie bei uns, klar verteilt. Auf einer freien Fläche bereiteten die Frauen über dem Feuer das Essen zu. In einem Topf wurden Pommes gekocht im anderen wurde Maisbrei angerührt. Die Männer verbrachten die Zeit damit zu überlegen, wie sie die Bierzapfmaschine zum Laufen bringen. Zur Eröffnung hielt der Schulleiter eine kurze Rede und bat zwei von uns Deutschen den Kuchen anzuschneiden. Umgeben von Frau Langer und Emmely ließ er sich von seinen Lehrerkollegen feiern. Ein Kuss auf seine Wange vollendete das Spektakel. Dann hieß es nur noch das frisch zubereitete Essen zu genießen. Mit vollem Magen und den neu gekauften Bällen spielten wir Basket- und Volleyball in Mischteams mit den Lehrern. Es hat uns allen Spaß gemacht und obwohl unsere Kondition ziemlich am Ende war, ging es auf zum zweiten Basketballmatch. Diesmal spielten die Mosambikaner. Unsere Betreuer konnten es kaum erwarten, ihr Superteam im Spiel zu sehen. Und wir waren natürlich auf der Seite der Mosambikaner.

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Afrobasket Feminino 2013

 

In der Hauptstadt Maputo finden in diesem Jahr vom 20. bis 29. September die afrikanischen Meisterschaften der Frauen im Basketball im Stadion „Pavilhao de maxaquene“ statt. 

Nach einem anstrengenden 20. September, welchen wir in der Bibliothek verbracht haben, kamen wir leider mit etwas Verspätung um 19 Uhr bei den Afrobasket Feminino in Maputo an, zu denen uns Direktor Marvinga, Macuacua und Dario eingeladen hatten. Wir suchten uns schnell einen Platz in dem schon gut gefüllten Stadion, um den Rest des Eröffnungsprogramms sehen zu können. Aufgrund von Problemen an der Grenze konnte das Team Simbabwe leider nicht gegen das Team Mocambique antreten und das zweite Spiel wurde vorgezogen.

Trotz der drückenden Hitze, den „netten“ Gerüchen und den harten Steinbänken haben wir das Spiel von Elfenbeinküste gegen Algerien genossen. Dies lag wahrscheinlich an der Stimmung der Mosambikaner, welche trotz des ausgefallenen Spiels, beeindruckend war. Am Ende siegte Elfenbeinküste knapp.

Aufgrund der Begeisterung unserer Begleiter, aber auch unserer eigenen für das Spiel, beschlossen wir, am nächsten Tag das Spiel Mosambik – Ägypten anzusehen. Dazu luden wir nun unsere Begleiter ein.

Nachdem wir die 100 Mt (2,50€) „teuren“ Tickets gekauft hatten, suchten wir uns die besten Plätze in der vollen, lauten und vor allem kalten Halle. Kaum startete das Spiel, drehten die Mosambikaner richtig auf – sie verstanden es, ihr Team perfekt zu unterstützen. Ihr Repertoire reichte von lauten Gesängen über Laolawellen bis hin zu Tänzen der besonderen Art.

In der Pause konnten wir uns mit Chips, Nüssen und Schokolade stärken, welche von Kindern in Pappkartons verkauft wurden. 

Mit einem Vorsprung von etwa 30 Punkten startete die zweite Hälfte, die sich hauptsächlich dadurch auszeichnete, dass die schon geknickten Ägypterinnen durch „Buh-Rufe“ der Mosambikaner noch mehr eingeschüchtert wurden. Die Mosambikanerinnen jedoch ließen sich nicht davon abhalten, bis zur letzten Sekunde einen Korb nach dem anderen zu werfen. Am Ende schafften sie es sogar mit einem Countdown des Publikums die 100-Punkte-Marke zu knacken und siegten mit 105 : 53.

Die Mehrheit von uns war so durchgefroren, dass wir direkt Kurs auf unsere Unterkunft nahmen.

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Discobesuche

 

Nach dem Basketballspiel Algerien vs. Elfenbeinküste wurden wir von unseren mosambikanischen Freunden in ein Restaurant gebracht, wo das beste Hähnchen Maputo’s aufgetischt wurde. Als Verdauung wurde dann ein kleines Tänzchen bei Livemusik eingelegt, was am Ende das ganze Restaurant dazu brachte, das Tanzbein zu schwingen. Hier trafen nun südafrikanische, deutsche und mosambikanische Tanzkulturen aufeinander und selbst der Direktor unserer Partnerschule ließ sich animieren die Hüften kreisen zu lassen. 

Es wurde bis in den späten Abend getanzt. Am nächsten Tag fanden sich trotz Müdigkeit vier Mutige, die sich in das Partyleben des nächtlichen Matolas stürzten. Hier konnten wir neue Studien zum Paarungsverhalten des Homosapiens betreiben.

In Afrika bekommt „Reibetanz“ eine ganz neue Bedeutung – hier verschmelzen Männchen und Weibchen zu einer Masse und lauschen bei rhythmischen Bewegungen den Klängen der afrikanischen Discomusik.

Um diese Erlebnisse zu verdauen, werden wir wohl noch die restlichen zwei Wochen benötigen. 

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Gute Neuigkeiten aus Mosambik: Wir haben wieder Wasser!

Nicht nur, dass es in den letzten Tagen geregnet hat auch Wasserhahn und Klospülung funktionieren wieder.

 

Heute (22.09.2013) ist der erste Tag an dem wir weder offizielle Termine noch sonstige Verpflichtungen haben. Pünktlich zu diesem Tag, einen Tag vor unserer Abreise nach Inhambane, können wir wieder Dusche und etc. nutzen. 

Wir genießen unsere Gemeinschaft; lesen, schreiben Tagebuch und Postkarten, bereiten unsere Reise nach Inhambane vor, beseitigen die Reste der letzten Tage und tauschen immer wieder unsere Gedanken aus.

Wir sind schon eine tolle Gruppe! – man könnte auch sagen  wir passen wie die Faust aufs Auge oder der Topfdeckel auf den Kochtopf.. das heißt weder Zickenprogramm noch Kommunikationsprobleme. Jeder nimmt seine Aufgaben ohne Aufforderung war und so befinden wir uns an diesem Tag in einer tiefen Ausgeglichenheit.

 

Be african! Be relaxed! 

Grüße aus Matola

 

Unsere Betreuer

 

Eigentlich müsste man sagen, dass unser erater Betreuer Pieter Joubert war. Er holte uns in Johannesburg nach anstrengender Flugnacht ab, sein Bus war bequem, er von rundlicher, gemütlicher Statur die er stolz als low fat diet benannte. Low fat = hängendes Fett. Dabei lachte er so, dass es ansteckend war. Sein Anhänger war allerdings nur ausreichend für 10 Taschen ...

Schön, dass unser Reisebüro uns offiziell 2x23kg als Gepäck erlaubt hatte und wir 10 jeder eine private und eine Tasche für Mosambik dabei hatten ...

So bedeckten wir uns mit Tüten und Taschen und begannen ziemlich müde unsere Reise durch Südafrika, ein uns unbekanntes Land.

Pieter war es, der uns von Land und Leuten berichtete, die Politik des Landes erklärte und sogar viel Geschichtliches zu berichten wusste. Wir sperrten Augen und Ohren auf, das Fragen nahm kein Ende, letztlich hatte ich mehrere Blätter bekritzelt um nichts zu vergessen.

In Höchstform lief Pieter aber erst auf, als es darum ging, die Grenzübergänge zu überschreiten, die Polizisten und Bediensteten auf Parkplätzen usw. von dem zu überzeugen, was nach seiner Meinung vernünftig ist.

Wir sahen ein unglaubliches Spektrum an Möglichkeiten, alles genau auf die jeweilige Situation abgestimmt. Uns blieb der Mund offen und wir mussten lachen, als er uns erzählte, dass seine Aufregung nur gespielt war ... er wollte nur klar machen, wer den Ton angibt. Es hat immer geklappt, er ist Sozialprofi.

Als wir ihm zum Abschied sein Lieblingslied aus unserem viel geübten Repertoire „Auf einem Baum ein Kuckuck“ vorsangen, hatte Pieter Tränen in den Augen.

Er sagte, dass er uns kaum 3 Tage kennt, aber irgendwie ganz verliebt in uns sei. 

Mehr ging nicht ... Wir waren alle auch verliebt und trösteten uns damit, dass er es sein würde, der uns nach unserem Mosambikerlebnis wieder nach Johannesburg bringt.

 

Wir waren leider nicht pünktlich in Matola. Das Schulgebäude war schon in Dunkelheit getaucht, so dass wir die beiden netten, sportlichen Männer, die zu unserer Begrüßung gekommen waren, kaum wahrgenommen hatten. Sie waren es, die uns unsere Unterkunft zeigten. Ohne Wasser und ohne Dusche jedoch mit afrikanischem „Charme“ ausgerüstet, konnten wir gerade noch unsere Enttäuschung runter schlucken ...

Dann wurde geräumt. Dario und Macuacua gaben uns noch die Hausmeister und rückten die Betten. Die Mädels alle in ein Zimmer, wir Erwachsenen mit den Taschen zusammen ...

Beim folgenden Abendessen lernten wir die beiden jungen Männer kennen, die uns hier in Matola hauptsächlich betreuten. 

Sie sind großartig, herzerfrischend, sympathisch, offen und super gefällig. Sie sind immer gut gelaunt und ihre Lebensfreude ist ansteckend. Wir fahren mit ihren Autos, variieren ständig unsere Pläne, integrieren unsere Wünsche in ihren Alltag usw.

Es gibt nichts, was nicht geht, manche Verabredung ist am Ende anders, als die Erwartung, aber etwas geht immer. Manchmal sind ehemalige Bestschüler dabei, oder auch ehemalige Potsdam Reisende. Den Mädchen werden die Haare geflochten, man unterhält sich über dies und das und wir fühlen uns einfach wohl mit ihnen.

Am Ende des Tages sind es immer Dario und Macuacua die noch bei uns sind und unsere Aktivitäten unterstützen.

Nach zwei nächtlichen Diskobesuchen haben wir haben wir erstmals Augenringe in afrikanischen Gesichtern erkennen können. Das Leben ist eben doch gerecht, nicht nur wir weißen zeigen Erschöpfung. ...

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Besuch im Waisenhaus

Heute war wieder ein Tag mit vielen Emotionen. Wir waren zum zweiten Mal im Waisenhaus mit gesammelten und gespendeten Basecaps, Kuscheltieren, Rucksäcken, Bonbons und Flipflops.
Als unser Bus vor dem Tor des Haues hielt, standen einige Kinder draußen und putzten Töpfe. Mit weit aufgerissenen Augen und gespannter Haltung sahen sie uns zu, wie wir die Rolltaschen, gefüllt mit Kleidung und Kuscheltieren zu einer Bank brachten. Neugierig kamen sie näher und wir konnten es nicht ertragen ihnen die ersten Mützen vorzuenthalten. Kurz darauf begrüßte uns der Leiter und bedankte sich im Voraus für die Sachen. Er bat uns ihm in den Speisesaal zu folgen und dort die Bonbons sowie „Capi ’s“ an die Kinder zu verteilen. Dieser Bitte kamen wir nach und so legten wir auf jeden Tisch kleine Haufen mit Bonbons. Die Kleinen stürzten sich darauf und jeder versuchte so viel wie möglich abzugreifen. Mitsamt Papier steckte sich ein Mädchen den Bonbon in den Mund. Es war ein Schock zu wissen, dass sie nie zuvor so etwas gegessen hatte. Daraufhin zeigten wir ihr wie man die Hülle abmacht bis sie es selber konnte. Es folgte der nächste Konflikt. Wir hatten nicht genügen Hüte und Flipflops. Einige der gekauften Schuhe haben auch nicht gepasst, weil sie zu klein oder zu groß waren. So gingen ein paar Kinder leer aus. Der Anblick der tieftraurigen Augen schmerzte jedem von uns in der Seele. Um ein bisschen für Gerechtigkeit und weniger für Streit zu sorgen, bekamen die Leerausgegangenen einen Rucksack bzw. dürften sich aus unserem Beutel mit Spielzeug etwas aussuchen. Tröstlich war der Gedanke, dass von den von uns gekauften Orangen sicher jeder etwas abbekommen würde.

Die erste Hürde war damit überwunden. Nun gingen wir zu den Räumen für die Baby’s, Kleinkinder und Kinder mit Behinderung.  Auf dem Weg dahin kam ein kleiner Junge auf uns zu und zeigte mit seinem Finger auf seine nackten Füße, in der Hoffnung er würde auch Schuhe bekommen. Mit einem Kopfschütteln signalisierten wir ihm, dass wir keine mehr hatten. Der Anblick eines sechs Monate alten Baby’s tröstete uns ein bisschen. Große runde Kulleraugen mit langen Wimpern strahlten uns entgegen. Als wir ihr kleine rosa Ringe zum Spielen gaben folgte ein herzliches Lächeln. Es konnte niemand widerstehen die Kleine auf den Arm zu nehmen. Natürlich kamen die anderen Kinder nicht zu kurz. Ganz im Gegenteil! Ein Mädchen schnappte sich Maxie’s Hand, tanzte mit ihr und zeigte ihr die Küche. Zwei Jungs im Alter von ein und zwei Jahren vergnügten sich zusammen mit uns mit kleinen Spielzeugautos. Allerdings stand für uns nicht nur spielen auf dem Plan, sondern auch die Übergabe der von Robert reparierten Nähmaschine. Von den vor zwei Jahren übergebenen drei Nähmaschinen funktionierte nur noch eine, nun wieder zwei. Dann kam schon die Zeit Abschied zu nehmen. Besonders Maxie hatte zu kämpfen sich von ihren Mädchen zu trennen. Wir gingen alle schweren Herzens zum Bus, denn uns stellte sich die Frage: „Was wird wohl aus diesen Kindern, die ohne die Liebe von Eltern aufwachsen?“ 

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Nhapupwe heißt Schmetterling

 

Mit „Nhapupwe“ lernten wir ein privat gegründetes Projekt kennen, welches große Möglichkeiten für die Zukunft bereit hält. Sofort hatten wir das Gefühl, hier unsere Unterstützung richtig investieren zu können. Wir waren erfreut und überrascht über die modernen Lehr- und Erziehungsmethoden, von denen uns die engagierte Pädagogin Judith berichtete. 

 Die Räumlichkeiten und Dekorationen hoben sich von den umgebenen mosambikanischen Verhältnissen deutlich ab. Es war nicht nur schlicht und einfach, sondern gemütlich und liebevoll.

Judith, unsere Ansprechpartnerin in dem Kindergarten beschrieb uns ihre Zusammenarbeit mit Lehrerbildungsinstituten, Kindergärten und weiteren Grundschulen. „Nhapupwe“ ist nicht nur ein einfacher Kindergarten oder eine Grundschule, sondern eine ganze Organisation. Ihr Ziel ist es das Bildungswesen in Mosambik zu verbessern. Im Moment wird gerade ein neuer Kindergarten mit integrierter Primarschule gebaut.

Eine kleine Revolution wie wir finden.

Wir für unseren Teil hatten beim Spielen und Kommunizieren mit den Kindern viel Spaß. Und dass wir hier nicht nur Kinder aus soliden Elternhäusern vor uns hatten, fiel uns gar nicht auf.

Judith erzählte uns dazu, dass jede Familie nur so viel Kita-Geld bezahlen müsse wie sie kann. 

Dank der vielen guten Eindrücke fühlten wir uns richtig wohl, als wir unsere Mitbrinsel und den  verabredeten Check aus dem Fond unserer Schule in Höhe von 500€ überreichen konnten. Belohnt  wurden wir mit einem freudestrahlenden Lachen von Judith und ihrem Team . Als die Kinder dann Bälle, Kuscheltiere etc. in die Hände bekamen, war es nur noch ein kunterbuntes Durcheinander von Gelächter und Gesang. 

Das war eine Atmosphäre, die wir gerne mit den fleißigen Spendern geteilt hätten. 

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Escola Primaria da Tofo

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VORHER                                                           NACHHER

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Abschiedsveranstaltungen

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Der Schulbus

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Unser Projekt und eine tolle Erkenntnis

Als wir am 14.10. für drei Wochen nach Mosambik aufbrachen war uns klar, wir würden eine aufregende Zeit erleben.

 Unsere Hauptaufgabe war es, die von den Schülern an der Sportschule gesammelten Spendengelder in Mosambik bei unserer Partnerschule nutzbringend einzusetzen und beim Überwinden von Schwierigkeiten bzw. Engpässen zu helfen.

Natürlich war  was wir vorfanden viel mehr als das, was wir uns vorstellen konnten.

Tag für Tag konnten wir interessante Leute kennen lernen. Einige unserer Bekanntschaften waren wirklich beeindruckend und werden hoffentlich Freundschaften fürs Leben.

 In diesen Tagen sammelten wir unendlich viele Eindrücke in diesem uns fremden Land, Eindrücke, die uns berührten und erschreckten, die uns zweifeln und hoffen ließen.

Emotional ging es auf und ab, besonders was unser Projekt in der Bibliothek unserer Partnerschule in Matola betraf. Als wir dort ankamen, herrschte in den Bücherräumen blankes Chaos und auch Tische sowie Stühle waren kaum mehr vorhanden. Wir wollten dem ein Ende setzen und den Schülern für ihre Arbeit Räume voller Möglichkeiten und Inspiration hinterlassen. Für dieses Ziel organisierten wir einen Tag lang unsere Aktivitäten und schufteten alle 10 Stunden ohne Unterbrechung, waren anschließend mit Staub bedeckt und völlig erschöpft, denn an diesem Tag hatten wir 40° im Schatten auszuhalten.

Allerdings konnte sich das gute Gefühl, etwas geschaffen zu haben, nicht wirklich einstellen da wir feststellen mussten, dass das Grundproblem nicht in der Unordnung bestand. Es war leider so, dass die Leute oftmals nicht die gleiche Notwendigkeit in den Dingen sahen wie wir. Daher war es eine einfache Schlussfolgerung, dass das, was wir in den 10 Stunden harter Arbeit dort erreicht hatten, nicht von Dauer sein könnte, wenn wir nicht  irgendetwas tun würden

Daher baten wir Herrn Mavinga, den Direktor unserer Partnerschule, um ein Gespräch mit mehreren Schülern, die gut Englisch sprechen konnten. Zunächst war er sich über diese Idee nicht sicher, doch er sagte zu und leitete alles in die Wege.

So bekamen wir am vorletzten Tag unseres Abenteuers die Chance mit rund 40 Schülern  ins Gespräch zu kommen.

Wir waren alle sehr aufgeregt, denn es war schwer sich vorzustellen, was das Ergebnis dieser Aktion sein sollte und  welche Gedanken und Vorstellungen unsere afrikanischen Partnerschüler hatten. Nur über eines waren wir uns im Klaren: Wir wollten den Schülern ein paar  Vorschlage machen und mit der Frage nach dem „Warum“ beginnen.

„Warum haben wir die Bibliothek für euch auf Vordermann gebracht?“

Stille.

Nachdem wir am Vormittag des 04.10. die Tische im Arbeitsraum der Bibliothek zu zwei großen Gruppen zusammengestellt und  den Schülern die erste entscheidende Frage gestellt hatten, traute sich keiner etwas zu sagen.

Mr. Nelson, ein ganz freundlicher und engagierter Englischlehrer, der uns bei der Verständigung mit den Schülern half, lachte laut auf. „Sie denken das sei ein Test.“, erklärte er und auch wir mussten lachen. Das lockerte die Situation auf und die Schüler verstanden, dass wir ganz offen reden wollten.

„Damit wir hier zusammen deutsche Spiele spielen können.“, war nach längerem Schweigen die erste Antwort, welche natürlich nicht ernst gemeint war.

Wir hakten nach: „Seht euch die Wände an, die wir für euch gestaltet haben. Welche Bedeutung steckt dahinter?“

„Die Wände symbolisieren die Freundschaft zwischen uns.“, sagte ein Mädchen und wir atmeten auf. Das war noch nicht alles, aber es war ein sehr wichtiger Punkt und ein Anfang. Wir stimmten zu und die Schüler freuten sich, sodass es spontan Zwischenapplaus gab.

Wir fragten nach weiteren Ideen, doch die 14- und 15-jährigen Schüler taten sich schwer. Das war jedoch in Ordnung und so nutzten wir die Gelegenheit um unsere Gedanken zu äußern.

Wir erklärten ihnen, dass bei uns in Deutschland fast jede Schule eine Bibliothek habe und das auch sehr wichtig sei, denn so hat jeder Schüler die gleiche Chance etwas zu lernen. In Mosambik ist das jedoch nicht der Fall und wir wollten mit der Fertigstellung der Bibliothek die gleiche Grundvoraussetzung schaffen wie sie auch an unserer Schule besteht.

Die Schüler waren begeistert und wieder jubelten sie und auch wir freuten uns.

Die erste Hürde war überwunden, die Frage nach dem „Warum“ hatten wir nun grob geklärt. Darauf konnten wir aufbauen, doch der nächste Schritt war deutlich schwieriger.

Wir begannen damit zu erzählen, wie schwer es war das riesige Chaos, das in diesen Räumen herrschte, zu beseitigen und in den Bücherregalen ein System herzustellen. An dem Lächeln der Schüler erkannten wir, dass sie wussten was wir meinten.

„Wir haben nun etwas Angst davor, dass sich wieder keiner richtig um die Bibliothek kümmert und alles in ein paar Monaten so aussieht wie vorher.“, erklärten wir weiterhin und stellten die nächste wichtige Frage: „Was könnt ihr dafür tun, das es so bleibt wie es ist?“

Die Schüler verstanden das Problem und überlegten, doch es fiel ihnen keine Antwort ein. Das hatten wir erwartet, schließlich war es schon uns schwer gefallen mögliche Lösungsansätze zu finden.

„Was haltet ihr von einer Art „Bibliotheks-Club“? Wir hatten die Idee, dass sich vielleicht Schüler von euch, die sich dafür interessieren, zusammentun und ein Stück Verantwortung dafür tragen, dass alles so bleibt wie es ist. Was denkt ihr darüber?“

Die Reaktionen waren durchweg sehr positiv:

„Ich finde die Idee toll!“, sagte ein Schüler sofort und ein anderer ergänzte: „Ich finde das auch super, weil es ja nicht nur für uns wichtig ist, sondern auch für die nächsten Generationen. Alle sollten etwas von den Büchern haben können!“, und die anderen Schüler stimmten begeistert zu.

 Wahnsinn – Die Diskussion schien langsam eine eigene Dynamik zu entwickeln. Die Schüler fragten genauer nach, wie ein solcher Club funktionieren könnte und wir besprachen verschiedene Ansätze. Zum Beispiel könnte es aus jeder Klasse einen Vertreter geben, der Mitglied im Bibliotheks-Club ist und seinen Mitschülern Auskunft über den Bestand der Bücher geben kann. Der Club könnte auch dafür sorgen eine Grundordnung in den Regalen beizubehalten und ein Protokoll über die Anzahl der Bücher führen.

Wir schlugen außerdem vor, dass einer aus dem Club dafür verantwortlich sein könnte mit Schülern von unserer Schule per E-Mail in Kontakt zu bleiben, um regelmäßig zu berichten wie es vorangeht. Wir hatten viele Ideen und Ansätze, doch die Umsetzung wird trotzdem nicht leicht sein. Das merkten wir als die Frage aufkam, wie das mit den „Bibliotheks-Karten“ funktionieren soll.

Wir waren überrascht und kurz verwundert bis Mr. Nelson, der völlig begeistert war und langsam zur Höchstform auflief, uns erklärte, dass die Schüler eine solche Karte brauchten um Bücher auszuleihen. Bei 9000 Schülern, die alle regelmäßig diese Karte verlieren, stellte das natürlich ein großes Problem dar. Für uns war dieser Einwand leicht zu beantworten: „Ihr dürft die Karte eben nicht verlieren, die ist wichtig für euch.“

Da in diesem Moment jedoch zwei verschiedene Mentalitäten aufeinander trafen, brachte diese Antwort nicht viel. An dieser Stelle übernahm Mr. Nelson zum Glück die Initiative, denn er erkannte sofort das Problem.

„Das ist schwierig, weil die meisten Schüler zwar regelmäßig zur Schule gehen, aber ihre Zeit nur absitzen, weil sie kein bestimmtes Ziel verfolgen“, erklärte er uns. Das verstanden wir nur zu gut, denn schließlich ist das nicht nur in Mosambik ein Problem, sondern lediglich ausgeprägter. Daraus erschloss sich jedoch die nächste wichtige Frage:

„Warum geht ihr zur Schule?“ – Die Antworten waren verblüffend.

 

„Damit wir uns ein Bild von der Welt machen können.“

„Um etwas von den Lehrern zu lernen, damit in der Zukunft mal was aus uns wird.“

„Damit wir uns entwickeln können.“

„Damit wir unsere Ziele erreichen.“

Unsere nächste Frage fand sich fast von allein. „Was sind eure Ziele?“

Die Schüler wurden immer euphorischer und meldeten sich nun immer schneller nacheinander und jedes Mal regnete es Applaus.

„Ich will Richterin werden!“

„Ich will Doktor werden!“

„Und ich Pilot!“

„Ich will Architekt werden!“

„Und ich will Journalistin werden!“ – Gänsehautfeeling.

 

 Das war ein großartiger Moment. Es war keineswegs so, dass die Schüler keine Träume für die Zukunft hatten, es scheiterte nur daran, dass es ihnen nicht bewusst war, welche Möglichkeiten sich ihnen boten um diese zu erreichen.

Wir versuchten ihnen Mut zu machen und sagten wie toll wir ihre Ideen fanden und dass sie nicht aufhören dürfen dafür zu kämpfen und daran festzuhalten. Und wir betonten auch, dass es deswegen so wichtig ist in die Schule zu gehen.

„Es reichen nicht nur Wünsche und Träume. Man muss auch etwas dafür tun. Bildung ist der erste Schritt und mit der Fertigstellung der Bibliothek wollten wir euch helfen, euren Träumen ein kleines Stückchen näher zu kommen.“

In den Gesichtern der Schüler erkannten wir, dass unsere Botschaft angekommen war. Sie schienen wirklich motiviert zu sein. „Alles was wir hier besprochen haben, müssen auch die anderen Schüler erfahren!“, sagte ein Schüler und wieder wurde gejubelt.

Das war richtig. „Das liegt nun in eurer Hand. Ihr müsst jetzt dafür sorgen, dass eure Mitschüler davon erfahren. Unsere Aufgabe war es euch etwas zu geben, auf dem ihr aufbauen könnt. Jetzt liegt es in eurer Verantwortung etwas daraus zu machen. Ihr habt tolle Ideen und Träume und wenn ihr es schafft diese zu erreichen, seid ihr eines Tages in der Lage nicht nur euer Leben zu verbessern, sondern auch das Leben von anderen Menschen und vielleicht sogar die Zustände in eurem Land. Sei es als Doktor, Journalistin, Architekt oder Richterin – Ihr habt die Möglichkeit etwas zu verändern, wenn ihr daran glaubt.“

Uns war klar, dass das große Worte waren, doch wenn man nicht nach den Sternen greift, kommt man dem Himmel nie ein Stückchen näher. Und als wir zum Abschluss alle zusammen den Refrain von Micheal Jacksons „We are the World“ sangen, waren wir uns sicher, dass wir die Schüler während der Diskussion erreicht hatten.

An diesem Tag wurde unsere Reise im wahrsten Sinne des Wortes zur Begegnungsreise und zu einem Projekt der Begegnung. Diese letzte Aktion hatte uns schließlich tatsächlich zusammengebracht und dazu geführt, dass unsere Arbeit nicht nur angenommen, sondern auch übernommen wurde und nun weitergeführt werden soll. Unsere Zweifel über die Nachhaltigkeit unserer Arbeit, hatten letztendlich dazu geführt, dass sie jetzt nachhaltig werden kann. Das Potential ist in jedem Fall da, das haben wir begriffen. Die Schüler und Lehrer sind voller Tatendrang, es fehlte nur der Anstoß.

All das gab uns noch einmal ein wahnsinnig gutes Gefühl. Daran können wir anknüpfen, denn eins ist sicher: Nächstes Jahr wird es weitergehen. Wir werden uns darauf gut vorbereiten.

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