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Der Festtag aus Schülersicht

25.09.2012 | 06:24

Maxi Borchert berichtet über den "großen Tag"

Am Freitag, dem 14. September war es endlich soweit: Die Sportschule Potsdam feierte ihr 60-jähriges Jubiläum. Es war ebenso der letzte Tag einer arbeitsreichen Projektwoche, die sich auszahlen sollte. Vier Tage lang hatte die gesamte Schüler- und Lehrerschaft dafür gesorgt, dass der Geburtstag ihrer Schule ein ganz besonderer werden würde.

Doch bevor es mit den letzten Vorbereitungen auf die große Festveranstaltung losging, stand zunächst noch „Running for Help“ auf dem Programm. Wie jedes Jahr waren hunderte von Schülern – und auch etliche Lehrer – am Start, um mit ihren Runden Geld für unsere Partnerschule in Mosambik zu sammeln. Bei strahlendem Sonnenschein fiel der Startschuss. Manche ließen es sich nicht nehmen, volle eineinhalb Stunden durchzulaufen und damit einen kleinen Marathon für den guten Zweck zu absolvieren. Hut ab!

Nachdem die Sportschüler bei ihrem Sponsorenlauf der Aufregung für kurze Zeit davonlaufen konnten, ging es im Anschluss mit den Vorbereitungen auf die große Jubiläums-Show weiter. Dazu versammelten sich alle Akteure des abendlichen Festaktes zur Generalprobe in der MBS-Arena. Hoch konzentriert gingen die Lehrer und Schüler zusammen mit dem Moderator Carsten Wist alle Programmpunkte durch. „Die Leidenschaft der Schüler und der Schule kommt durch unterschiedlichste Art und Weise zum Ausdruck“, sagte der sportverbundene Moderator nach der letzten Probe begeistert und fügte hinzu: „Ich denke, dass wir die Zuschauer außerdem mit den tollen Bilder auf dem großen Bildschirm von Anfang an mitreißen werden.“

Doch nicht nur in der MBS-Arena herrschte reges Treiben. Am Nachmittag standen die Schule sowie das gesamte Sportgelände interessierten Besuchern offen. Es wurde gegrillt, Musik gemacht,  ein Gewinnspiel veranstaltet und zum Rundgang durch das Schulgebäude eingeladen. Auch hierbei sorgten zahlreiche Sportschüler dafür, dass die Gäste einen schönen Tag verbrachten. Diese einladende Atmosphäre genossen unter vielen anderen Besuchern auch Jürgen Hopp und Karl-Heinz Pültz. Die ehemaligen Sportschüler machten sich bei strahlendem Sonnenschein ein Bild davon, was nach 50 Jahren aus ihrer Schule geworden war. Die früheren Leichtathleten lernten und trainierten nämlich von 1960 bis 1962 noch in Brandenburg. „Damals haben wir unser Internatszimmer noch selbst mit Kohle beheizt“, erinnerten sich die beiden voller Freude. Damals war vieles anders. „Wir haben auch beim Bau der Sportanlagen geholfen. Das war dann unser Krafttraining. Und wenn wir mal zu spät ins Internat kamen, sind wir über den Blitzableiter geklettert und haben uns reingeschlichen.“ Über die alten Geschichten amüsieren sich die verschworenen Freunde noch immer: „Es ist wirklich schön zu sehen, was aus der Schule geworden ist.“

Das Resultat aus 60 Jahren Sportschule machte auch die große Festveranstaltung am Abend deutlich. Für einen grandiosen Einstieg sorgte ein emotionsgeladener Kurzfilm, der die größten Erfolge der Sportschüler in den vergangenen 60 Jahren dokumentierte. Während der Song „One Moment in Time“ gespielt wurde, sah man vor Anstrengung verzerrte und gleichzeitig überglückliche Gesichter. Man sah Franziska Weber, wie sie direkt nach ihrem diesjährigen Olympiasieg ungläubig die Hände vor das Gesicht schlug.

Man konnte noch einmal mitverfolgen, wie Kurt Kuschela seinem Teamkollegen Peter Kretschmer einen dicken Kuss auf die Stirn drückte.

Man sah Gesichter der Potsdamer Sportschule und am Ende eine beeindruckende Bilanz: 25 Bronze-, 32 Silber- und 70 gewonnene Goldmedaillen bei Olympischen Spielen.

Nachdem diese Erfolgsgeschichte für Gänsehautfeeling gesorgt hatte, wurden die Ehrengäste des Abends begrüßt. Denn neben den 25 Olympiasiegern, die einst an der Sportschule lernten, waren auch Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, Martina Münch, die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, sowie Justizminister Volkmar Schöneburg anwesend. Nach der Ansprache von Oberbürgermeister Jann Jakobs lobte auch Martina Münch die Entwicklung der Potsdamer Eliteschule und äußerte sich positiv über die Finanzierung des Internats.

Schöne Aussichten auf die Zukunft gehören eben zu einem Geburtstag, genauso wie Geschenke. Das dachten sich wahrscheinlich auch die internationalen Partnerschulen der Potsdamer Sportschule: Frankreich, Polen, Mosambik und Finnland gratulierten mit warmen Worten und sinnigen Präsenten.

Zwischen diesen formellen Höhepunkten lieferten jedoch die eigentlichen Hauptakteure der Veranstaltung eine spannende und unterhaltsame Show. Fast die  gesamte Schülerschaft war in ein Programm involviert, das die Kreativität und Phantasie einer ganz besonderen Schule repräsentierte. Den Anfang machte eine überwältigende Darstellung des Trainingsalltags am Luftschiffhafen. Dazu wurden Vertreter jeder Sportart aufgerufen, die sich dann in der ganzen Halle verteilten. Nach und nach begann jeder damit, seine Sportart vorzuführen, sodass ein großes Gewühle entstand, welches von Trommelschlägen der Percussion-Gruppe dramatisch unterstrichen wurde und schließlich abrupt endete. Es folgten Auftritte von einem Chor, den die Schüler und Lehrer extra zum Anlass des Jubiläums gegründet hatten. Es wurde ein Klavierstück in Begleitung von zwei Geigen gespielt und es wurde getanzt, und zwar in Form der Olympischen Ringe.

Schließlich rückte das Ende der Festveranstaltung näher und die diesjährigen Olympioniken wurden nach vorn gebeten. Nichtsahnend standen Katrin Wagner-Augustin, Franziska Weber, Sebastian Brendel, Kurt Kuschela und Peter Kretschmer inmitten der großen Halle, als plötzlich unzählige Sportschüler von den Tribünen kamen, auf sie zuliefen und eine große Traube um sie bildeten. Jeder der Schüler drängte sich vor, um jeweils eine Rose zu überreichen. Als sich die Menge auflöste, hielt jeder der Olympioniken einen großen Blumenstrauß in den Händen.

Was sich zum Schluss abspielte, wird wohl lange Zeit in Erinnerung bleiben. Die Halle wurde abgedunkelt, sodass man beinahe nur die fliegenden bunten Neonleuchtstäbe sah, die von Tänzern bewegt wurden. Als das Licht wieder anging stürmten beim Hit von „The Black Eyed Peace“ nahezu alle Schüler in die Halle und bildeten eine riesige Menge, die sich gleichmäßig zu dem Song „I got a feeling“ bewegte. Dieser „Flash-Mob“ untermauerte noch einmal das, was die gesamte Jubiläumsfeier und die Projektwoche schon zum Ausdruck gebrachten hatten:

Die Sportschule „Friedrich-Ludwig-Jahn“ hatte sich nach 60 Jahren nicht nur zu einem Ort entwickelt, an dem Höchstleistungen vollbracht werden. Diese Schule vor allem auch ein Ort des Zusammenseins, des gegenseitigen Vertrauens und der Rücksicht. Ein Ort, an dem Träume nicht nur gelebt werden, sondern an dem auch Mut gemacht wird, wenn sie zerbrechen.

 

Maxi Borchert, Jahrgang 12

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