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Endlich wieder Boot fahren

23.04.2013 | 07:02

Potsdamer Kanu-Sportschüler erweisen sich bei Leistungstest  gut vorbereitet für die neue Saison

 

Die überwiegende Mehrzahl der knapp 180 jungen Kanurennsportler aus zwölf Vereinen des Landes-Kanu-Verbandes Brandenburg, darunter zahlreiche aktuelle und künftige Potsdamer Sportschüler,  stellte am 20.04. beim Leistungstest in Werder die gute Vorbereitung auf die beginnende Saison unter Beweis. So manchen der motivierten Nachwuchskanuten beflügelte das sonnige Frühlingswetter zusätzlich, um gleich beim ersten Leistungsvergleich der Saison durch eine vordere Platzierung im Einerboot über 500m und auf der Langstrecke (2000m für Schüler und 4000m für Jugend/ Junioren) auf sich aufmerksam zu machen.

Mit 17 Gold- und jeweils 9 Silber- und Bronzemedaillen hatte der gastgebende KC Potsdam im Endergebnis die umfangreichste Medaillenkollektion aufzuweisen. Jedoch auch die Nachwuchspaddler des SV Stahl Finow (4/ 4/ 1), des ESV Kirchmöser (2/ 4/ 5), der SG Einheit Spremberg (2/ 2/1)  und des KC 57 Eisenhüttenstadt (2/ 0/ 1) demonstrierten überzeugend ihr Können.

Im Fokus der Aufmerksamkeit standen  bei dem Einer-Omnium natürlich gleichfalls die Leistungen der 11-/ 12-jährigen Paddeltalente, die mit dem Schuljahr 2013/ 14 einen der zur Verfügung stehenden zwölf  Plätze in der neuen siebenten  Klasse der Sportschule belegen werden. Darunter Maurice Dolezel und das Zwillingspaar Sarah und Paul Kusch aus Spremberg, Elias Kurth und Rebecca Heintz aus Kirchmöser sowie Victoria Kleine aus Eisenhüttenstadt.

Eindrucksvolle Doppelsiege  in Werder gelangen den künftigen Sportschülern Elias Kurth und Victoria Kleine.  Auch der Spremberger Maurice Dolezel setzte sich mit zwei zweiten Plätzen besonders gut in Szene.

Wer sind unsere künftigen Kanu-Sportschüler? Fünf von ihnen stellen sich hier kurz vor:

Vor eineinhalb Jahren begann die 12-jährige Victoria Kleine beim KC 57 Eisenhüttenstadt unter Anleitung von Bojena Klotz mit dem Paddeltraining. Aus dem eigentlichen Motiv, durch sportliche Aktivität etwas für das eigene Wohlbefinden zu tun, entwickelte sich in kurzer Zeit eine tiefe Zuneigung zum Kanusport. Bereits im Vorjahr war sie für die Wettkämpfe um den Olympiapokal nominiert. Der Notendurchschnitt von 1,3 in einer Schnellläuferklasse am Eisenhüttenstädter Gymnasium unterstreicht ebenso wie der von der Trainerin Klotz  betätigte Ehrgeiz beim Training und im Wettkampf, dass Victoria immer vorn dabei sein möchte. „Mir macht das Kanu fahren sehr viel Spaß und, obwohl ich mich gar nicht langfristig  mit dem Gedanken befasst hatte, die Sportschule zu besuchen, freue ich mich schon jetzt auf diese neue Herausforderung“,  gesteht die junge Sportlerin unumwunden ein.

Mit Rebecca Heintz und Elias Kurth wechseln zwei junge Kanuten  des  ESV Kirchmöser ab Schulanfang 2013 zur Sportschule und zum Landesstützpunkt in Potsdam. Beide werden derzeit von Matthias Nitsche in Kirchmöser trainiert und auf ihr neues Umfeld vorbereitet. Rebecca, die bereits sechs Jahre paddelt und mit den Zeugnisnoten eins und zwei zu den besten Schülerinnen ihrer Klasse zählt, folgt ihrer Schwester Laura an die Sportschule in Potsdam. „Meiner Schwester gefällt es in Potsdam sehr gut. Eigentlich hat sie mich auch in meinem Wunsch bestärkt, ihr zu folgen. Außerdem bin ich hier meinem sportlichen Vorbild Franziska Weber sehr nahe“, begründet Rebecca ihren Entschluss, sich hier in der Landeshauptstadt sportlich weiter zu entwickeln.

Auch ihr Vereinsgefährte Eliias Kurth freut sich bereits auf die neuen Herausforderungen in Potsdam. Auf ihn ist Trainer Nitsche besonders stolz: „Im Vorjahr hat Elias fast alles Rennen gewonnen, die er bestritten hat. Obwohl er eigentlich als Kajakfahrer startet, hat er selbst im Mannschaftscanadier keine schlechte Figur gemacht. Und ein guter Schüler mit der Durchschnittsnote zwei ist er darüber hinaus auch noch“. Dass sein Großonkel Rainer Kurth als erster männlicher Kanu-Weltmeistermeister des KC Potsdam gilt, sieht Elias nicht als Herausforderung an sich selbst. Denn, so der künftige Sportschüler: „Ich habe kein besonderes sportliches Vorbild, sondern ich möchte selbst zeigen, was ich kann“.

Mit den Zwillingen Sarah und Paul Kusch (beide Kajak) sowie Maurice Dolezel (Canadier) beziehen im Herbst 2013 gleich drei Schützlinge von Trainerin Berit Klaua (Kanuabteilung der SG Einheit Spremberg) für die nächsten Jahre das Schulinternat im Potsdamer Luftschiffhafen. Eigentlich ist das Geschwisterpaar mit seinen Eltern in Leipzig ansässig und trainierte bisher  meist beim LVB Leipzig. Die Ferien haben Sarah und Paul seit drei Jahren jedoch regelmäßig bei ihren Großeltern in Spremberg verbracht. Dabei haben sie schnell Kontakt zu den auf der Spree trainierenden jungen Kanusportlern von Einheit Spremberg geknüpft.  Im Vorjahr hatten sie mit Erfolg Wettkämpfe bei den Ostdeutschen Meisterschaften in Brandenburg an der Havel sowie beim Einer-Omnium in Werder bestritten. Sowohl der Umstand, dass sich die Zwillinge in Spremberg sofort wohl fühlten und sie  andererseits in Leipzig nicht angemessen gefördert wurden, bewog sie dazu, sich für die Aufnahme an die Sportschule Potsdam zu bewerben. Beide besuchen derzeit unterschiedliche Schulen in der Nähe von Leipzig  und können auf gute Zensuren verweisen. Vater Kusch, der den Trainingsbetrieb und das Miteinander der Sportler in Leipzig sowie in Spremberg und Potsdam aufmerksam betrachtete, entschied sich eindeutig für die sportliche und schulische Weiterentwicklung seiner Kinder in Potsdam: “Ausschlaggebend war für uns als Familie im Vorjahr der Tag der offenen Tür der Potsdamer Sportschule. Hier hat Direktor Ziemer in überzeugender Art und ohne Schönfärberei das Modell der hiesigen Sportschule im Zusammenhang mit den gegebenen Trainingsmöglichkeiten vorgestellt. Wir glauben, dass hier unsere Kinder trotz der räumlichen Entfernung gut und zuverlässig untergebracht sind und betreut werden“. Ihre sportlichen Vorbilder sehen Sarah und Paul gleichermaßen in dem Dresdner Kajakfahrer Tom Liebscher und in der Brandenburger Kanulegende Birgit Fischer. „Wir sind aber auch stolz auf die Autogramme der Potsdamer Olympiasieger Peter Kretschmer, Kurt Kuschela, Sebastian Brendel, Franziska Weber und Katrin Wagner-Augustin“, verwies während des Einer-Omniums das Geschwisterpaar Sarah und Paul auf seine mit den Schriftzügen der Olympiasieger verzierten T-Shirts.

 

Günter Welke

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