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Kanuten demonstrieren ihren Sport

16.09.2014 | 10:13

Zwei junge Potsdamer Kanusportlerinnen mit  Format

 

Nicht ohne Grund erhielten auch die beiden 15- und 16-jährigen Potsdamer Kanusportlerinnen Ophelia Preller und Annika Loske kürzlich eine Einladung des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) für den Start beim 3. Alster Hanse Cup am 14.09. in Hamburg. Hier sollten die aktuell erfolgreichsten sechzehn deutschen Kanusprintasse - jeweils vier in den Disziplinen Kajak Damen und Herren sowie Canadier Damen und Herren - ihr Können auf der 270 Meter langen Strecke unter Beweis stellen. Die beiden jüngsten in der Hansestadt antretenden Rennpaddlerinnen fühlten sich inmitten solcher Kanu-Olympiasieger und -Weltmeister wie Ronald Rauhe, Franziska Weber, Sebastian Brendel, Tina Dietze und Stefan Holtz recht wohl und andererseits auch geehrt. „Von den dicht am Uferrand stehenden Zuschauern wurden wir zwar mit viel Beifall bedacht, allerdings fanden die Kanu-Polo-Spieler nach meinem Empfinden mehr Zuspruch. Dennoch war das Publikum super“, schildert Ophelia Preller ihre Eindrücke. Und Annika Loske ergänzt: „Es ging ja auch nicht um Medaillen, sondern um die Demonstration und Vorstellung unserer Sportart. Und selbst eine Olympiasiegerin wie Franziska Weber nahm es gelassen hin, als sie in ihrem A-Finale klar in Führung liegend, durch eine Kenterung um ihre Siegchance gebracht wurde.“

Die Sportschülerinnen Preller und Loske gehören zu der zwar noch relativ kleinen Gruppe der weiblichen Canadierfahrerinnen innerhalb des DKV, können jedoch bereits auf beachtliche sportliche Erfolge verweisen. Aufgrund ihres Alters noch im Jugendbereich startberechtigt, haben sie sich dennoch in der diesjährigen Saison ebenfalls unter den Juniorinnen bei Meisterschaften ganz vorn behauptet.

Bei den Deutschen Meisterschaften 2014 gewannen beide gemeinsam im Zweierboot (Jugend und Junioren) zwei Goldmedaillen. Ihr drittes und viertes Gold holte sich Ophelia Preller jeweils im C1 bei der Jugend und im Juniorenbereich. Besonders stolz sind die zwei jungen Canadierfahrerinnen des KC Potsdam natürlich über die Bronzemedaille im C2 über 500 m bei den Junioren-Europameisterschaften in Paris.

Und ein Medaillengewinn bei den nächsten Junioren-Europameisterschaften  ist die auch klare Zielvorstellung beider Sportschülerinnen. „Allerdings müssen wir uns zunächst einmal für die Junioren-Auswahl des DKV qualifizieren“ gibt Ophelia Preller - wenn auch mit optimistischem Unterton - zu bedenken. „Dann allerdings möchte ich gern ebenso eine Medaille auf der 200 m-Strecke erringen“, setzt sie hinzu. Das ist nämlich die Distanz, über die derzeit im Einerboot um Titel und Medaillen gepaddelt wird. Annika Loske ist dagegen ein Ausdauer- und Kämpfertyp und fährt lieber über längere Strecken. Das kann sich jedoch auch noch ändern, denn obwohl sie bereits seit ihrem siebten Lebensjahr beim KC Potsdam Kanusport betreibt, sie ist erst 2014 aus der Potsdamer Voltaire-Schule als so genannte Quereinsteigerin in die zwölfte Klasse der Sportschule gewechselt, um Lernen und Sporttreiben noch besser in Übereinstimmung bringen zu können.

Ihre Sportfreundin Ophelia, die bereits ab der siebenten Klasse in der Sportschule lernt,  bekennt: „ Ich habe mich von klein auf für den Sport interessiert und wollte schon immer zur Sportschule. Nachdem es beim Rudern und in der Leichtathletik nicht geklappt hat, bin ich zu den Kanuten gegangen und mit dieser Entscheidung voll zufrieden.“

Beide jungen Kanusportlerinnen haben sich allen anfänglichen Schwierigkeiten zum Trotz für das Fahren im Canadier entschieden und wollen nunmehr das starke männliche Canadier-Team des KC Potsdam mit der weiblichen Komponente ergänzen. Ophelia, die Anfang 2011 gleich im Canadier zu paddeln begann, gesteht offen ein: „ Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich anfangs oft genug ins Wasser gefallen bin“.  Auch Annika fiel vor etwa vier Jahren die Umstellung vom Kajak auf den Canadier nicht leicht. „Besonders das gleichzeitige Fortbewegen und Steuern mit dem Stechpaddel und dabei auch noch die Balance zu halten, bereitete mir die meisten Probleme“, erinnert sie sich zurück.

Sportlicher Ehrgeiz und Ausdauer haben  Ophelia Preller und Annika Loske zusammen mit der Erfahrung der Potsdamer Trainer schließlich dazu verholfen, das Leistungsniveau im weiblichen Canadierbereich ihrer Altersklasse mit zu bestimmen. Damit dürften sie auch anderen jungen Kanusportlerinnen Mut gemacht haben, es ihnen gleichzutun.

 

Potsdam, 16.09.2014

Günter Welke

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