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Zeitversetzt

19.02.2016 | 14:05

Potsdamer Sportschüler im Rio-Modus

 

Seit einer Woche trainieren fünf Schwimmer der Sportschule Potsdam mit verändertem Tagesrhythmus. Sonnele Öztürk (Berlin) und Carl Louis Schwarz (Schwerin) sowie Johannes Hintze (Brandenburg), Josha Salchow (Bonn) und Jan Scholz (Cottbus), die von Norbert Warnatzsch und Thomas Luckau trainiert werden, besuchen die Sekundarstufe 2 und gehören zu dem perspektivreichen Schwimmnachwuchs des Deutschen Schwimmverbandes.

Ihr Tagesrhythmus wird durch die an die Ortszeit von Rio de Janeiro angepassten Trainingszeiten geprägt. Eine alles andere als angenehme Herausforderung für die Schüler und deren Trainer. Der Bundesnachwuchsstützpunkt Schwimmen folgt dabei einer Maßgabe des Fachverbandes, eine "Probewoche" im Rahmen einer Spättrainingsmaßnahme durchzuführen, um die Belastungsverträglichkeit und Anpassungsfähigkeit der Sportler zu testen. Bei den diesjährigen Olympischen Sommerspielen auf dem südamerikanischen Kontinent werden die Vorläufe und Finals nach Ortszeit sehr spät ausgetragen. Mit der Zeitverschiebung erfordert dies für die meisten Teilnehmerländer eine langfristige spezielle Vorbereitung.

Für die fünf Schüler bedeutet das ein tägliches Training von 12:30 bis 15:00 und von 20:30 bis 23:00 Uhr. Die Sportschule hat sich zu dieser zentralen Maßnahme eindeutig positioniert. In enger Absprache mit den Fachlehrern wurde der Unterricht auf zweimal zwei Unterichtseinheiten reduziert und die Betreuung im Wohnheim auf die veränderten Wachzeiten eingestellt. "Wir erfahren durch die Schule eine absolute Unterstützung", sagt Norbert Warnatzsch, der bereits Franziska van Almsick oder Britta Steffen zu olympischen Erfolgen geführt hatte. Sie ist einzigartig und zugleich Fortsetzung dessen, was im olympischen Jahr mit Blick auf die vielen Traininglager und Wettkämpfe Sportlern und Trainern ermöglicht wurde. So können die schulischen Aufgaben in den geschaffenen Freiräumen erledigt und abgegeben oder Klausuren und Arbeiten geschrieben werden.

"Für mich bedeutet es: Frühstück auf den letzten Drücker", offenbart Johannes Hintze schmunzelnd. Das ist 9:00 Uhr, kurz vor Unterrichtsbeginn. 11:45 Uhr folgt dann Mittag, gegen 18:00 Uhr Abendessen und Stullen schmieren, "für später". Im Notfall gibt es dann noch den Kühlschrank von Norbert und Herrn Luckau, wo sich immer eine Banane oder ein Riegel aufhalten. Ob er dann wenigstens vor Mitternacht im Bett sei? "Nein, gestern habe ich noch bis 00:15 Uhr die TDD (Trainingsdatendokumentation) aktualisiert, aber dann war Schluß."

Fünf für Rio.
Fünf für Rio. V.l.n.r.: Josha Salchow, Johannes Hintze, Sonnele Öztürk, Jan Scholtz, Carl Louis Schwarz (Foto: Scholtz)

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